Schüleraustausch mit Poznań, Polen

Seit vielen Jahren findet ein Schüleraustausch zwischen der Europaschule Troisdorf und der Józef Tischner Schule Poznań („Zusammenschluss allgemeinbildender Schulen Nr. 4“) statt. Jährlich im Herbst fährt eine Schülergruppe der Jahrgangsstufe 9 – im Rahmen der Europafahrten – für ca. eine Woche nach Polen und erwartet den Gegenbesuch im folgenden Frühling. Da die polnischen Schülerinnen und Schüler zum Teil Deutsch in der Schule lernen, findet die Verständigung in Deutsch vielfach aber auch in Englisch statt.

Der Austausch wird unterstützt vom deutsch-polnischen Jugendwerk (DPJW).

In der polnischen Schule werden Schüler der Jahrgangsstufen 7-12 unterrichtet. Unser Austausch findet in der Regel mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 8-10 statt. 

Adresse der Schule:

Zespół Szkół Ogólnokształcących nr 4
Osiedle Czecha 59,
61-288 Poznań (Ortsteil: Rataje/ Neustadt)

Links zur Homepage der polnischen Schule:
http://www.zso4.szkola.icpnet.pl ,
http://www.zso4.poznan.pl


Hauptgebäude und Eingang der Schule 

Informationen zur Józef Tischner Schule in Poznań

Die Schule wurde im Jahr 1978 gegründet.
Schülerzahl: ca 1000
Lehrer: ca 80

Die Schule umfasst zwei Schulstufen: das Gymnasium (7.-9. Schuljahr) und das Lyzeum (10.-12. Schuljahr). Beide Stufen sind 6-zügig, das heißt es gibt 6 Klassen pro Jahrgang. In jedem Jahrgang gibt es Klassen mit bilingualem Unterricht in Spanisch. Mit Ausnahme dieser bilingualen Klassen wird Englisch an der Schule als 1. Fremdsprache und Deutsch oder Spanisch als 2. Fremdsprache unterrichtet.

Wie bei uns dauert der Unterricht dauert jeweils 45 Minuten. Jede Klasse hat durchschnittlich 6-7 Stunden Unterricht am Tag.Die Schule wurde im April 2013 für ihren Spanischunterricht mit dem Preis der spanischen Botschaft als beste Schule in Polen ausgezeichnet.


Begrüßung am Haupteingang


Austauschschüler und Gastschüler in Thorun vor dem Kopernikusdenkmal (2012) 

Poznań/Posen und seine Geschichte

Poznań ist eine der ältesten und bedeutendsten Städte Polens. Gelegen im westlichen Teil des Landes, am Fluss Warta, gehörte sie vor 1000 Jahren zu den Hauptzentren des entstehenden polnischen Staates.

Poznań zählt 580. 000 Einwohner; es ist von der polnischen Hauptstadt Warszawa 300 km entfernt, von Berlin 280km; nach Kraków sind es 390 km. Eine große Rolle spielt die Internationale Messe (in Partnerschaft mit der Messestadt Hannover). Poznań ist Sitz von 15 Hochschulen. Der Internationale Henryk Wieniawski-Violin-Wettbewerb hat internationalen Ruf. 20 Museen befinden sich in der Stadt, darunter als größtes das Nationalmuseum und das Museum für Musikinstrumente mit einem Flügel von Fryderyk Chopin. Im Süden der Stadt liegt der Großpolnische Nationalpark (Wielkopolski Park Narodowy).

In Poznań wurde das erste Bistum in den polnischen Gebieten gebildet, in der Poznańer Kathedrale wurden die ersten Herrscher Polens beigesetzt. Zusammen mit dem 50 km entfernt gelegenen Gniezno übte Posen an der Wende des 10. Jahrhunderts die Funktion einer hauptstädtischen Burg aus. Nach der Verlegung der Hauptstadt nach Kraków und später Warszawa spielte Posen die wichtige Rolle der Hauptstadt der Region Wielkopolska. Es wurde zum Zentrum des Handels, des Handwerks, und später auch der Kultur.


Der historische Stadtkern Poznańs

Im Jahr 998 entstand in Poznań das erste Bistum. Neben der Residenz des Herrschers auf dem heutigen Ostrów Tumski (Dom-Insel in der Warta) entstand die erste Kathedrale in Polen. Hier wurde Mieszko I. 992 beigesetzt. An der Poznańer  Burg entstand ein umfangreicher Siedlungskomplex, der schon gegen Ende des 10. Jh. einen frühstädtischen Charakter hatte. Auf beiden Ufern der Warta entwickelten sich ebenfalls Siedlungen mit einem Marktplatz.

Im Jahre 1005 hielt vor Poznań der Feldzug des deutschen Kaisers Heinrich II. an. Angesichts der mächtigen Befestigungen der Poznańer Burg verzichteten die deutschen Truppen auf deren Eroberung.

In jener Zeit tauchte auch zum ersten Male der Name Poznań auf. Im Jahre 1038 zerstörte der tschechische Herzog Břetislav Burg und Kathedrale. Auch Gnesen wurde zerstört, wodurch die Verlegung der Hauptstadt nach Krakow notwendig wurde.


Das Rathaus von Poznań 

Der großpolnische Herzog Przemysł I. verlieh Poznań dann im Jahre 1253 das Magdeburger Stadtrecht. Die neue Stadt erstreckte sich auf einer Fläche von 20ha auf dem linken Warta-Ufer, mit typischem Schachbrettmuster um einen zentralen Marktplatz. In den weiteren Jahren entstanden ansehnliche städtische Bauwerke, u. a. das Rathaus, die Stadtwaage, die Pfarrkirche, Bestandteile der heutigen Altstadt.

Poznań lag an der Kreuzung wichtiger Handelswege in Europa; die Stadt wuchs und gedieh in geistiger Offenheit und wurde zu einem Zentrum des europäischen Handels. Im 15. Jh. ließen sich in Poznań einige Hundert Schotten nieder, später kamen Italiener und Griechen. Die Bevölkerung wuchs bis gegen Ende des 16. Jh. auf 20. 000 Einwohner.

Mehrere große Katastrophen (Überschwemmungen, Brände ganzer Stadtviertel) hielten die Entwicklung nicht auf. 1518 wurde die erste Hochschule gegründet; 1573 kam eine zweite Lehranstalt mit Hochschulcharakter, das Jesuitenkolleg, dazu, das 1611 Universität wurde. 1577 entstand die erste Druckerei.

Der allmähliche Abstieg begann im 17. Jh. Neben weiteren Naturkatastrophen trugen die Besetzungen durch die schwedische, russische und sächsische Truppen dazu bei.

Im Jahre 1710 entvölkerte die Pest die Stadt, vor allem aber die Umgebung. Danach holte man Siedler aus Bayern, von Bamberg, insgesamt 100 Familien. Deren Traditionen spielen heute noch im Dialekt und in den Volkstrachten eine Rolle.

Infolge der 2.polnischen Teilung im Jahre 1793 geriet Poznań und Wielkopolska unter preußische, später deutsche Herrschaft, die mit kurzen Unterbrechungen bis 1918 andauerte. Dies hatte im Laufe des 19.Jh.starke Germanisierungsbestrebungen zur Folge. Wielkopolska wurde unter dem Namen "Großpolen" preußische Provinz. Die polnische Sprache wurde 1900 in den Schulen abgeschafft. Im Jahre 1918 zählte die Stadt 156. 000 Einwohner, davon waren 42% Deutsche.

Mit dem Ende des 1. Weltkriegs und dem sog. Großpolnischen Aufstand gegen die Besatzer erhielt Wielkopolska und damit auch Poznań seine Unabhängigkeit zurück.1921 wurde die Poznańer Messe organisiert, seit 1925 als internationale Veranstaltung. Industrie entwickelte sich und neue Stadtviertel entstanden.

Die neue Entwicklung Poznańs wurde durch den Ausbruch des 2.Weltkrieges gestoppt. Am 10. September besetzten die Truppen Hitlers die Stadt. Sie wurde mit dem Umland ins Deutsche Reich einverleibt unter dem Namen „Reichsgau Wartheland“.In den Gefängnissen und Lagern fanden Tausende Polen den Tod. 40. 000 Einwohner wurden ausgesiedelt; ihre Stelle nahmen Deutsche aus dem Reich und den Ostseeländern ein. Am 23. Januar 1945 erreichten die Spitzen der sowjetischen Armee die Stadt. Einen Monat lang dauerten die Kämpfe an, denen 55% der städtischen Bebauung zum Opfer fielen.

Die Wandlungen, die nach 1989 in Polen (und in Europa) vor sich gingen, schufen neue Bedingungen für eine positive Entwicklung der Stadt aus der sich das heutige Poznań entwickelte.

Quelle: vgl. W.Łęcki, Posen-Stadt der Geschichte und der Messen, GeoCenter Warszawa 1997


Das Poznańer Stadion „Stadion Miejski“ „Städtisches Stadion“, umgebaut anlässlich der Fußball-Europameisterschaft 2012 

Programm (Beispiel) in Poznań

Sonntag

Ankunft, Begrüßung der Gäste und Unterbringung in den Familien

Montag

Treffen in der Schule, Begrüßung durch den Schuldirektor, Teilnahme an zwei Unterrichtsstunden des Austauschpartners/der Austauschpartnerin (so wie im Stundenplan vorgesehen)

Gemeinsamer Ausflug in den Zoo

Nachmittag in den Familien. 

Dienstag

Ganztägiger Ausflug (mit dem Bus) nach Toruń:

Stadtbesichtigung mit Stadtführer, Museumsbesuch im Lebkuchenmuseum, Besichtigung des Kopernikus-Hauses

Mittwoch

Morgens: die deutschen Schüler/innen besichtigen Poznań mit einem Stadtführer, die polnischen Schüler/innen nehmen am Unterricht teil

Mittags: Treffen im Einkaufszentrum Altes Brauhaus, Besichtigung mit Einkaufsmöglichkeit

Donnerstag

Morgens: Teilnahme am Unterricht

Mittags: gemeinsamer Ausflug zum Plaza (Bowling und Kino)

Nachmittags/Abend: in den Familien

Freitag

Verabschiedung und Heimreise

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