Hausbau im alten Ägypten

Die Ägypter waren geschickt im Umgang mit Stein. Es gab im Land ausgezeichnete Fundstellen für Kalkstein, Alabaster und Granit von höchster Qualität. Doch das Brechen und der Transport der Steine verlangte größte Geschicklichkeit und Kraft. Nur die staatlichen Gebäude und die königlichen Gräber und Tempel waren ganz aus Stein. Sonst benutzten die Ägypter wie die Sumerer ungebrannte Ziegelsteine. Auch in den herrschaftlichen Villen benützte man Stein nur für Türrahmen, Schwellen und für die Sockel tragender Säulen.

Ägyptische Häuser sollten während der sengenden Hitze des Sommers möglichst kühl bleiben. Die Fenster waren daher sehr klein, um Sonnenlicht fernzuhalten; die Türen gingen nach Norden, denn von dort kam immer eine frische Brise. Die Außenwände waren geweißelt und strahlten so die starke Hitze der Sonne ab. Die meisten Häuser hatten unmittelbar nach der Tür eine Eingangshalle, die in einen kühlen Innenraum führte. Von dort ging eine Leiter zum Dach hinunter, wo die Familien gern unter einen Schilfdach die Kühle des Abends genossen.

Auch in den Arbeitshäusern waren die Innenwände oft bemalt: mit Personendarstellung, Tier- und Pflanzenbildern. Die Gebäude der Reichen waren größer und geräumiger. In einer Stadt wie Theben, wo der Boden knapp war, konnte das Haus eines Reichen sogar zwei- oder dreistöckig sein. Doch dort, wo der Platz es erlaubte, wurden die Villen einstöckig um schattige Höfe herum gebaut, umgeben von Gärten mit Fischteichen und exotische Pflanzen; die Mauern wurden oft bemalt.

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